Im Rahmen eines Masterstudiengangs am Institut für Kommunikationsforschung in Luzern hat eine Gruppe Studierender (hier die Namen) ein Wiki zum persönlichen Wissensmanagement erstellt. Gerne verweise ich auf dieses gelungene Studienergebnis, das als interessante Online-Quelle eine Reihe wichtiger Begriffe erklärt und eine ganze Reihe von „Knowledge-Tools” zusammenstellt.
03
Okt 08
Individualisierung und Wissensarbeit
Konzepte des Wissensmanagements als eine Reaktion auf Individualisierungsprozesse in Unternehmen. In nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen haben sich Individualisierungstendenzen durchgesetzt. Dem Menschen bieten sich dadurch neue Perspektiven und Freiheiten, konfrontieren ihn aber gleichzeitig mit erheblichen Anforderungen. Diese durch Individualisierungsprozesse erzeugten Ambivalenzen sind auch in Organisationen auf allen Ebenen zu beobachten: Auf der Mikroebene der Wissensarbeit, der Mesoebene der Arbeitsorganisation und der Makroebene der Organisationsstruktur von Unternehmen. Anschließend untersucht sie Wissensmanagement aus der Individualisierungsperspektive. Die zahlreichen Bemühungen um die erfolgreiche Implementierung verschiedener Konzepte des Wissensmanagements fasst sie dabei als Reaktion auf die Auswirkungen von Individualisierungsprozessen in Unternehmen auf. Bei der Frage nach den Konsequenzen für das Unternehmen stehen die Themen Unternehmenssteuerung, Kontinuität, Transparenz und Unternehmensgrenzen im Mittelpunkt ihrer Betrachtungen.
02
Okt 08
scholarz.net
Ein Online-Plattform für wissenschaftliches Arbeiten wurde an der Universität Würzburg entwickelt: scholarz.net verbindet Social Networking unter Wissenschaftlern mit persönlichem Wissensmanagement und eine integrierte Literaturverwaltung.
Auf der Homepage findet sich folgende Zusammenfassung:
“This is how “scholarz.net” helps you do better research:
- Store, sort and manage your ideas and data in a unique and superior
way. Handle it more efficiently and make the most out of it. (Reference
management & knowlege organisation.) - Collaborate with fellow researchers. Share
knowledge. Browse the public library. See which sources are important.
(Social knowledge.) - Team up with other scholarz, find experts and research partners. (Research Community.)”
Wer mehr über das Tool wissen möchte, dem sei die virtuelle Tour durch das System empfohlen.
12
Sep 08
Organisierte Wissensarbeit
Wissensarbeit wird zu einem soziologischen Thema, weil sie ein Kernelement der Morphogenese der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft kennzeichnet. Das Thema Wissensarbeit wird darüber hinaus zum Anlaß für eine Revision der Theorie der Firma, weil sie im Kontext der Wissensgesellschaft von einer personengebundenen Tätigkeit zu einer Aktivität wird, die auf dem Zusammenspiel personaler und organisationaler Momente der Wissensbasierung beruht und weil organisierte Wissensarbeit den Prozeß des Organisierens nutzt, um Wissen zu einer für die Lern- und Innovationsfähigkeit von Organisationen kritischen Produktivkraft zu entfalten. Der Aufsatz skizziert einige Merkmale der sich formierenden Wissensgesellschaft, ebenso einige Merkmale intelligenter Organisationen, um dann diesen Rahmen für eine nähere Bestimmung von Wissensarbeit zu nutzen. Konkrete Formen der Wissensarbeit werden in Skizzen zu den Bereichen Unternehmensberatung und Finanzdienstleistungen illustriert.
12
Sep 08
Wissensarbeit in intelligenten Organisationen
Wer wollte nicht gerne in einer intelligenten Organisation arbeiten? Wissensbasierte Organisationen verlangen eine neue Form von Arbeit: Wissensarbeit. Ihre Produkte und Dienstleistungen zeichnen sich durch „eingebaute Intelligenz“ aus: Beratungsleistungen bei Organisationsentwicklungsprozessen oder Investmentbanking als Dienstleistungen, ein Pentium-Chip oder ein Kommunikationssatellit als Produkte sind Beispiele für Güter, die nur noch durch Wissensarbeit in intelligenten Organisationen herstellbar sind.
12
Sep 08
Produktive Wissensarbeit: Performance messen, Produktivität steigern, Wissensarbeiter entwickeln
Kurzbeschreibung
Die Art und Weise, wie Informations- und
Kommunikationstechnologien heute genutzt werden, scheint die
Produktivität der Wissensarbeit eher zu mindern als zu fördern. Diese
Buch stellt praxiserprobte Methoden und Beispiele dar, die konkrete
Vorschläge für die Messung und Gestaltung effizienter Wissensarbeit
machen. Das Autorenteam gibt fundierte Antworten auf folgende Fragen:
Was ist Wissensarbeit? Welche Möglichkeiten der Performance-Messung von
Wissensarbeit gibt es und wo liegen die Vor- und Nachteile einzelner
Methoden? Welche Methoden tragen zur Steigerung der Produktivität und
zur Entwicklung von Wissensarbeitern bei? Wie können Wissensarbeiter
geführt werden? Welche Rolle spielt die Informations- und
Kommunikationstechnologie als Instrument zur Produktivitätssteigerung
von Wissensarbeitern?Das Buch liefert konkrete Methoden und Werkzeugen
und stellt viele Fallbeispiele produktiver und humaner Wissensarbei
vor.
31
Jul 08
Der genetische Code des persönlichen Erfolgs
Wissensarbeiter haben meist sehr klare Vorstellungen von der persönlichen Zukunft, die stark durch Lernen und Informationsverarbeitung geprägt ist. Aus Sicht von Unternehmen wird es daher in Zukunft immer wichtiger werden, dass die persönliche rote Leitlinie eines Wissensarbeiters mit der Unternehmensstrategie zusammenpasst. Wer das ignoriert, läuft Gefahr, dass erfolgskritisches Wissen abhanden kommt, um dann beim Mitbewerb wirksam zu werden. „Wissensarbeit” ermöglicht und fördert aber auch neue Formen der Erwerbstätigkeit ohne fixe Zughörigkeit zu einer Organisation und lässt vor allem Privat- und Berufsleben zunehmend verschmelzen. Der Ruf nach „Work Life Balance” kommt daher vor allem von Wissensarbeitern.
30
Jul 08
WeblogTypen und Blogging-Stile
Ein kurzer Ausschnitt aus meiner Dissertation (in Vorbereitung), der sich mit der Typisierung von Weblogs (im Internet) beschäftigt.
Nach überwiegend positiver Rückmeldungen von verschiedenen Forschern (GR,JS,TB,TS) die sich ebenfalls mit Weblogs beschäftigen, stelle ich das Modellchen hier gerne hier Diskussion.
Ich war mit bestehenden Ansätzen nicht zufrieden. Diese Kritik ist hier nicht dargestellt.
Einordnungs- und Typisierungsprobleme begleiten vermutlich viele Innovationen. Was Weblogs angeht, so trägt deren
Verwendungsoffenheit in besonderem Maße dazu bei. So begleitet Weblogs die Frage, ob Weblogs ein eigenes Genre darstellen oder ob sie als eine Online-Form eines oder mehrere Offline-Genres verstanden werden sollen spätestens seit dem Zeitpunkt ihrer “Verbreitungsexplosion”. Auch die Debatte ob das Schreiben von Weblogs Journalismus sei, wurde und wird immer noch heftig geführt. Eindeutige und starre Zuschreibungen erscheinen vom heutigen Forschungsstand aus betrachtet wenig hilfreich. Die These, dass derartige Unversalwerkzeuge (Begriffs-)Grenzen auflösen ist angebracht. Ein eigener Ordnungsversuch sollte zumindest anschlussfähig sein an existierende und verbreitete Leitmetaphern sein. Das Framework soll eine Kategorisierung von Weblogs auf Grund der Beitragsinhalte ermöglichen, um über Intentionen/Motive der Autoren und Zwecke von Institutionen (vgl. Zerfaß 2005) möglichst wenig spekulieren zu müssen.
Ergebnis ist die folgende Darstellung, die man von links nach rechts (oder umgekehrt, in jedem Fall zeilenweise) lesen sollte, um die Merkmalsausprägungen der Mermalsdimensionen (adr. Öffentlichkeit, themat. Breite, Tiefe/Länge der Beiträge) zu durchlaufen.
Durch die Kombination von Polaritäten der drei “Dimensionen” (Spalten 1 – 3) entstehen formal acht unterschiedliche Blogging-Stile, wobei diese Bezeichnung bewusst unscharf bleibt, was ihre Anwendung auf Weblogs oder deren Beiträge angeht. Bei einer Anwendung auf einzelne Beiträge ist zu beachten, dass die thematische Breite eines Beitrags nur für längere Text sinnvoll zu bestimmen ist. Erst bei einem tatsächlich homogenen Blogging-Stil über viele Beiträge hinweg, lässt sich ein gesamtes Weblogs treffend zuordnen. Es wurde bereits betont und empirisch gestützt, dass davon im Allgemeinen nicht auszugehen ist.
Vor allem an dem Merkmal der Größe der adressierten / erreichten Öffentlichkeit liegt es, dass es leicht zu einer Gleichsetzung von Weblog-Stil und Beitrags-Stil kommt. Die meisten Weblog-Plattformen bieten technisch “nur” eine Festlegung des Lesezugriffs auf Weblog-Ebene an und nicht für einzelne Beiträge bzw. lassen eine Einschränkung des Lesezugriffs überhaupt nicht zu. Eine Einschränkung die als Vereinfachung wirkt, aber auch dazu führt, dass Weblogs auf Grund ihrer technischen Gestaltung häufig vorschnell als öffentliche Kommunikation typisiert werden. Die tatsächliche Leserschaft ist meist um Größenordnungen kleiner. Auch wer anfänglich mit seinen Beiträgen “stilistisch” die gesamte (Online)Welt adressiert, wird dies recht schnell merken und seinen Stil entsprechend anpassen.
Thematisch Breite meint die Vielfalt der dargestellten Lebensbereiche einer Person. Die Beispiele “privat”, “beruflich” stellen hier eine erste, weitere Untergliederungsebene dar. Häufig sind Blogs zunächst einem wesentlich spezifischeren Fachthema gewidmet und enthalten sporadisch Hinweise auf fachfremde Aspekte des Autors. Dies weist auch in dieser Dimension auf eine gewissen Dynamik hin, die gerade die Authentizität von Weblogs positiv beeinflusst.
Thematische Tiefe bezieht sich darauf, wie stark ein Nutzer/Autor eigene Gedanken in einen Beitrag einfließen lässt. Beim Re-Publizieren von Referenzen (Links) beispielsweise kann ein Autor unterschiedlich ausführlich kommentieren und unterschiedlich lange Abschnitte als Zitate durch Kopieren übernehmen. Bei längeren Zitaten ist die Beitragslänge dann natürlich kein geeigneter Indikator mehr für die thematische Tiefe / Schöpfungstiefe / Originalität.
Den so formal entstandenen acht Blogging-Stilen lassen sich nun Phänomene und Benennungen zuordnen, wobei sich auch die angesprochenen Leitmetaphern wiederfinden lassen, wenn man die Kategorien auf Weblogs bezieht.
Micro-Blogging, also das Festhalten kurzer, persönlicher Statusmeldungen mit Werkzeugen wie twitter.com, ist eher themenunabhängig und der tatsächliche Leserkreis klein. Das Gedankenspiel, dass eine öffentlich Person “twittert” (bspw. der Papst oder die Bundeskanzlerin) wäre bei der gewählten Anordnung der Tabelle am anderen Ende der Spalte einzuordnen. Im Bereich ausführlicherer Berichte, die keiner thematischen Selektion unterliegen und zunächst auf eine überschaubare Leserschaft zielen lässt sich die Leitmetapher des Internet-Tagebuchs verorten. Weitere Bezeichnungen für dieses Phänomen sind Personal Journal oder life-writing, wobei ich letztere Bezeichnung im dargestellten Rahmen sehr treffend finde. Die Bezeichnung Journal sollte mittlerweile nicht mehr ohne weitere Detaillierungen wie verwendet werden, wenn die Tagebuch-Metapher gemeint ist. Mittlerweile werden Weblogs eben auch fokussierter, bspw. im Lern- und Bildungsbereich, eingesetzt und dann mitunter als Lern-Journale bezeichnet, so dass die Gleichsetzung Journal = Tagebuch schnell zu Missverständnissen führt. Der Anwendungsbereich auf den sie meine Dissertation bezieht findet sich in den nächsten beiden Typen bzw. Stilen und können den oben genannten Knowledge-Blogs zugeordnet werden. Die Filter-Weblogs haben ihren Ursprung in den kommentierten Linklisten, wobei die Kommentierungen natürlichen unterschiedlichen Umfang annehmen können. Aus Sicht des Wissensmanagements steckt der Wert in der Selektion und kommentierenden Bewertung der referenzierten Quellen, weshalb ich gerne auch die Bezeichnung Wissens-Spuren verwende. Die Bezeichnung Experten-Weblogs ließe sich für einen tendenziell ausführlicheren Stil verwenden, wobei auch die knappen Selektionen von Experten bereits einen Wert für das Wissensmanagement darstellen können. Es ist ohnehin davon auszugehen, dass ein bloggender Experte auch längere Darstellungen einfließen lässt. An dieser Kategorie wird ersichtlich, dass die Übergänge zum Fach-Journalismus fließend sind und im wesentlichen vom Öffentlichkeitsgrad abhängen. Ein hoher Öffentlichkeitsgrad, kombiniert mit kurzen Beiträgen könnte man als thematische Linksammlung charakterisieren. Allerdings ist fraglich, ob ohne ausführlichere Kommentare ein öffentliches Interesse erzielt und aufrecht erhalten werden kann. Dieses Anwendungsbeispiel rückt nahe an Social-Bookmarking heran, wobei dann eine starke Bindung an den “Autor” meist nicht mehr gegeben ist. Vielmehr wird über thematische Mechanismen wie Schlagworte durch Tagging die Möglichkeit genutzt, auch zu anderen Nutzern zu navigieren. Mit öffentlichen, themenoffenen und für Online-Publikationen vergleichsweise ausführlichen Beiträgen bewegt man sich in den bereich klassischer Massenmedien. Die Kurzform wurde oben bereits angesprochen bzw. findet in anderen Werkzeugen statt.
Quelle:
Ehms, K. (in Vorbereitung)
Persönliche Weblogs für Verteiltes Wissensmanagement.
Zwischen Werkzeugbegriff und Steuerungsphilosophie. Dissertation an der Uni Augsburg, Institut für Medien und Bildungstechnologie.
20
Jul 08
Collaborative Knowledge Visualization with Martin Eppler
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14
Jun 08
Information Overload – ein Dauerthema
Jochen Robes weist auf einen Blog von Philipp Lennsen hin, in dem man sich der alten Frage annimmt, wie man der Informationsüberflutung Herr werden kann. Lennsen: I sent a couple of people the following question: “What are your top tips for dealing with information overflow?” Here are some of their answers – ja, und die Antworten kann man hier nachlesen. Robes selbst verrät seinen Favoriten, nämlich das Motto von Dave Winer: “I don’t know – I don’t have information overload. I keep wanting more. More! I want more!” – was das wohl aussagt?
