Tools für persönliches Wissensmanagement kommen bei meinem Clientel oft sehr gut an. Hilfen zur Selbstorganisation bzw. Organisation des eigenen Wissenskörpers. Richtig interessant wird es nach meiner Erfahrung immer dann, wenn sich persönlicher und organisationaler Mehrwert ergänzen. Das möchte ich im folgenden erläutern.
So macht es ja nicht nur für einen persönlich Sinn, eine Eisenhower-Matrix als vorgeschaltete Ordnung und Workflow zur Abarbeitung von Informationen zu nutzen. Findet man bei ausscheidenden Mitarbeitern gerade bearbeitete Dokumente in einem Ordner Namens ACT! so bringt das auch für die Übergabe von Dokumenten viel.
Der vielgerühmte Zettelkasten oder eine Mikroartikel-Sammlung kann heute durch ein organisationales aber informelles Wiki oder Blog (je nach Ordnungsvorstellung) ersetzt werden, in welchem Infos vernetzt werden und neue Synergien entstehen.
Es macht Sinn, “persönliche” Tools in organisationale Strukturen einzubinden, und so einen Mehrwert für die gesamte Organisation aus dem gut organisierten Mitarbeiter zu schöpfen.
Wir haben das im DED Südafrika derzeit unter anderem über die Verbindung von persönlichem Dokumenten und Kontaktmanagement mit einem ausführlichen Debriefingkonzept geschafft. Das institutionell verankerte Debriefing sorgt dafür, dass die hoffentlich gut gemanagten persönlichen Informationen Nachfolgern zielsicher zur Verfügung gestellt werden. Die Einbindung eines AdHoc-Aufbereitungtools wie den Mikroartikel in die formelle Struktur des Berichtswesen war ein weiterer Schritt, mit dem ein eher persönlich gelagertes Tool in die organisationale Content-Struktur eingebunden wird. Dabei wurde allerdings darauf geachtet, nicht den Zwang eines formellen Berichtswesens auf dieses Tool übergehen zu lassen. Es wird aber kontinuierlich eingebunden und darauf aufmerksam gemacht. Orte für Ablage in der Organisation werden dadurch für den Nutzer klarer
In einer Organisation, in der Personalwechsel an der Tagesordnung steht, ist die Einbindung solcher Tools in die Prozesse um so wichtiger, will man nachhaltig Lernerfahrungen dokumentieren.
Gerade habe ich mir das Luzerner-WIKI zu PWM angesehen um PWM in zwei Richtungen näher zu betrachten. Im ersten tatsächlich persönlichen Bereich habe ich (ohne es zu merken
) ja schon PWM verwendet – Stichwort PLE privat zur Selbstorganisation und natürlich fürs Studium an der DUKrems. Für den zweiten Bereich, nämlich PWM auch im Unternehmenskontext nutzbar zu machen, versuche ich Methoden aus dem PWM auszuwählen, die den Unternehmensprozess Expert-Debriefing (ED) beim Ausscheiden des Mitarbeiters unterstützen können – also eben vom Persönlichen ins Organisationale. Ziel soll sein, ED als Enabler für Kompetenzaufbau bzgl. PWM auf Seiten des Mitarbeiters im Unternehmen zu “missbrauchen” und damit dem Mitarbeiter Kompetenzen an die Hand zu geben, die letztlich Unternehmen und MA nützen (win-win).
Netterweise hat der Autor des Blogeintrages auch schon auf diese sinnvolle Verbindung hingewiesen.
Mit einer Befragung im Rahmen (m)einer Master-Thesis möchte hier noch für mehr Klarheit sorgen.
Vielleicht meldet sich der Autor…?
Obwohl Wissen eigentlich immer individuell und persönlich ist, verbinde ich speziell mit dem Begriff “Persönliches Wissensmanagement” einen individuellen und intimen Bereich. Das Wissen eines Menschen lässt sich nicht einfach segmentieren, so dass Teilbereiche des Wissens zur kollektivieren Nutzung freigegeben werden können. Es gibt keine wirkliche Trennung zwischen beruflichen, sozialen oder privaten Wissensbereichen, sondern es besteht eine breite Vernetzung der Wissenseinheiten über alle Lebensbereiche und Lebensphasen hinweg. Die persönlichen Wissensbausteine müssen weder formal noch inhaltlich eine Veröffentlichungsreife haben und sind auch aus diesem Grunde nicht einfach auf die organisationale Ebene zu transferieren. Daher sollte ein Werkzeug für das persönliche Wissensmanagement auch kompromisslos der persönlichen Wissensbildung dienen und einen geschützten Bereich bilden aus dem lediglich gezielt Informationen zur Nutzung in Organisationen bereitgestellt werden können.