Blogs und Wikis


6
Dez 08

Arbeitstechniken für das Studium

Vergleichsweise viele Parallelen gibt es immer wieder zwischen Methoden des Persönlichen Wissensmanagements und verschiedenen Empfehlungen für Studierende, die oft als “Arbeitstechniken” bezeichnet werden. Im Rahmen eines Kurses für Hochschullehrer, den ich betreue, besteht die letzte Aufgabe darin, einen eigenen Linktipp im Netz zu finden, der für das Thema PWM relevant ist. Dabei ist eine Teilnehmerin nun auf diese Seite hier gestoßen: http://www.palgrave.com/skills4study Sie richtet sich an Studierende, enthält aber auch für alle anderen interessante Hinweise, die den Umgang mit Information und Wissen optimieren möchten.


31
Mai 08

Meetings als Zeit- und Entscheidungskiller

“Meetings werden als Zeitkiller oder Entscheidungskiller erlebt, es werden Absicherungszwänge unter Experten erfahren, oft scheinen Meetings eher Probleme zu schaffen als zu lösen, schreibt Dr. Stephanie Porschen (Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, München) in der Fachzeitschrift “Wirtschaftspsychologie”.

Mehrere Komponenten verhindern eine Effizienz der prosperierenden “Meeting-Mode”, z.B.:

  • Eine Misstrauenskultur führt zu Ängsten vor negativen
    Sanktionen als Konsequenz falsch getroffener Entscheidungen.
  • Die Barrieren für Entscheidungsfindung werden durch
    Vorstellungen einer perfekt rationalen Entscheidung erhöht.
  • Die weitestmögliche Abschiebung von Verantwortung liegt
    nahe.
  • Im Meeting kulminieren die widersprüchlichen Anforderungen an professionelle Entscheidungsprozesse, da es als Austragungsort für Entscheidungsdilemmata missbraucht wird.

Dr. Porschen realisiert in ihrer Studie: “Um die vermeintlich rationalen Entscheidungsgrundlagen auszubauen, werden Meetings häufig dazu genutzt, immer neue Arbeitsaufträge zu verteilen, statt dort schlichtweg Entscheidungen zu treffen. Die Situation steht kurz vor der Eskalation, wenn dieses Vorgehen noch nicht einmal dazu führt, dass beim nächsten Meeting auf der neuen Datenbasis Entscheidungen getroffen werden. Wenn immer weitere Kriterien zur Überprüfung auf den Tisch gebracht werden, gestaltet sich das Meeting als Teufelskreis der Problemgenerierung.”

Alle Beteiligten müssen einerseits den Mehraufwand und die Widersprüchlichkeit der Meetings erdulden; anderseits müssen sie mehr und mehr auf arbeitsrelevante informelle Kooperationen verzichten. Damit steigt die Belastung und sinkt die Produktivität.

Konkrete Möglichkeiten sinnvoller Kooperationen beschreiben Dr. Porschen und andere Wissenschaftler in: “Wirtschaftspsychologie”
Nr. 1/2008.


2
Mai 08

Wenn E-Mails nerven …

Ja, E-Mails können schon nerven, das ist stimmt. Vor allem nach einem kurzen oder längeren Urlaub muss man ja inzwischen mehrere Tage dafür reservieren, die vollgestopfte Mailbox zu entleeren. Also ich werde es mal beim nächsten Urlaub mit einem automatischen Reply versuchen, in dem ich das Löschen aller Mails in meiner Abwesenheit ankündige und bitte, Mails, die nach meiner Rückkehr noch relevant sind, einfach nochmal zu senden. Wenn es funktioniert, teile ich das gerne hier mit ;-)

In der Zwischenzeit kann man ja mal das kürzlich erschienene Buch lesen: “Wenn E-Mails nerven – So bekommen Sie die Kontrolle zurück und arbeiten besser, schneller und sicherer” von Günter Weick und Wolfgang Schur, die angeblich auf viel Erfahrung zurückgreifen können. Also ich hab es noch nicht gelesen, es klingt auch etwas marktschreierisch – aber das Problem ist faktisch da – da greift man ja bekanntlich auch nach Strohhalmen. Wer es schon kennt, kann ja seinen Kommentar/seine Bewertung hier abgeben. :-)

Eine Zusammenfassung findet sich hier.


17
Apr 08

Diskussionskultur: Ein Versuch (auch hier) ist es Wert …

Vorgestern war ich mit Gabi Reinmann im Konferenzzentrum der Audi AG. Sie sprach dort vor gut 200 Personen (teils Audi-MitarbeiterInnen, teils interessierte Öffentlichkeit) zum Thema persönliches Wissensmanagement (siehe letzter Blogeintrag). Da ich die Ausführungen bereits im Vorfeld kenne, interessiere mich während ihrer Vorträge vor allem dafür, wie die „Energien im Raum fließen“ Smile, ob also das gesprochene Wort „ankommt“ wie man so schön sagt. Vorträge in „der“ Wirtschaft bringen immer eine gewisse Herausforderung mit sich, weil die Zuhörer recht unterschiedliche Voraussetzungen und Erwartungen mitbringen. Umso gespannter war ich dieses mal auf die sich anschließende Diskussion. Nach dem obligatorischen „noch Fragen?“, ergab sich nach einer kurzen Schrecksekunde ein reger Austausch und genau darum geht es mir hier.

Gabi hatte in ihrem Vortrag die sog. Knowledgeblogs als EINE Möglichkeit zum persönlichen Wissensmanagement fokussiert. Beispielhaft musste Herr Rau wieder herhalten, der nicht wenig Zeit im virtuellen Raum verbringt. Und hier setzte die Kritik an: „Warum denn gerade die Blogs ein geeignetes Instrument zum persönlichen WM seien?“ … „soviel Zeit habe man doch nicht!“ Gabi hatte diesen Einwand bereits im Referat vorweggenommen, aber die Gemüter damit offenbar noch nicht befriedigen können. Faktisch „fressen“ Blogs Zeit und wenn das Zeitkonto der Mitarbeiter zu 100% ausgelastet ist, dann wehrt man sich natürlich gegen weitere „Zeitfresser“ – klar!?

Ja, klar. Wenn ich an den persönlichen Problemlöse-Prozessen nichts grundsätzlich ändern will, wenn für mich also Meetings & Co „unantastbare“ Größen im unternehmerischen Wertekosmos sind, dann ist diese Reaktion verständlich. Das Ganze gleicht dann einem Bergsteiger, der an einem Überhang klebt, seinen Dreipunktehalt verliert und mir zuruft: „Einen Haken, sofort!“ Wenn man als Wissenschaftler in dieser Situation – bleiben wir im Bild – sagt: „Warum kletterst du denn in diesen Überhang? … dann erzeugt man Unverständnis und Skepsis gegenüber alternativen, vielleicht leichteren Routen hoch zum Gipfel. (ich weiß, beim Bergsteigen kommt es nicht darauf an den leichtesten Weg zu finden, tut aber an dieser Stelle nix)

Helge Städler, ein bekennender Blogger, hatte sich schon einmal an anderer Stelle gegen den Vorwurf zu weheren gewusst, „ob er denn zu viel Zeit habe?“. Helge antwortete damals mit dem Hinweis darauf, dass es nicht um Zeit gehe, sondern um Prioritäten! Blogger setzen bezogen auf ihren persönlichen Wissenshaushalt und seiner Pflege einfach andere Prioritäten – das ist zumindest ein Motiv und ein nachvollziehbarer Grund (neben anderen). Man kann auch sagen „mir ist das bloggen wichtig“, so wie mir die Tasse Kaffee am morgen wichtig ist, zur Selbstregulation oder zur Entschleunigung.

Die Audi-Mitarbeiter – darum ging es – sagten immer wieder, dass sie ja in der „Informationsflut“ „ertrinken“ würden, warum - so die Frage – ein Instrument was noch mehr Informationen „anzieht“, in diesem Kontext helfen solle. Ja und jetzt endlich sind wir beim Punkt – meine ich: Was ist denn die Bedingung dafür, dass ich sage, ich „ertrinke“ in Informationen? Das passiert doch dann, wenn meine Suchkriterien unscharf und vielfältig sind, wenn ich mich also von den tausend Verführern der Welt ansprechen lasse und alles in meiner Mailbox oder auf meinem Schreibtisch horte. Grund für diese krankmachende Vielfalt – so eine These – ist eine mangelnde Selbstvergewisserung „was mir wichtig ist!“. Und in diesem letzten Sätzchen stecken die beiden Begriffe „mir“ und „wichtig“. Hier glaube ich, spring der Frosch ins Wasser (ein komisches Sprichwort, habe ich von Ulrich): ein Weblog zu führen heißt, systematisch und mit einer gewissen Kontinuität „Selbstgespräche“ zu inszenieren. Diese Selbstgespräche aktivieren unweigerlich die beiden angesprochenen „Selbst“-Konzepte, fordern sie heraus, stellen sie in einen Zeit- und Kontextbezug. Das macht uns nicht zu besseren Menschen (ein wenig glauben die Pädagogen das aber), sondern – bestenfalls – kommt es zu differenzierteren Selbst-Einschätzungen und in der Folge vielleicht auch zu dem, was Gabi in Anlehnung von D&R auch als Autonomieerleben beschreibt, also der (immer fragilen) Übereinkunft von dem was mir wichtig ist und dem was ich tue. Idealerweise führt diese luxuriöse Selbstbeschäftigung zu klareren Vorstellungen davon wer ich bin (sein will) und dem was mir (eine Folge?) wichtig ist. Und weil ich das idealerweise – so unserer verführerisches Szenario - besser weiß, klarer fühle, suche ich viel gezielter nach Dingen i.w.S. in dieser Welt. Haben sie etwas gemerkt? Unversehens wechselt man die Hintergrundsmetapher: von einem „Magnet“, der/die in Informations-Späne undifferenziert anzieht zu einem „Brillenträger“, der die die Dinge der Welt selektiv wahrnehmen kann.

Natürlich liegt zwischen dem Blogger und dem entschleunigten, brillentragenden Menschen (ist der gebildet?) zumindest ein langer Weg. Im Sprung geht das nicht. Und genau deshalb kann man im organsiationalen Kontext mit diesen „high involement methods“ weniger anfangen, vermute ich. Letztlich sind es aber genau solche „Irritationen“, wie die Frage nach Autonomie und Selbstbestimmung in Gabis Vortrag, die dann doch einige der Audi‘aner und Externen zum (tieferen) Nachdenken bringen … über sich und dem was ihnen (persönlich) wichtig ist.


31
Mrz 08

WM-Wiki

Insightory stellt sich als Plattform zum Erfahrungsaustausch zwischen Wissensmanagern vor:

“Insightory is a platform for management professionals, academicians and graduate business students to share their knowledge and insights with the corporate world, solve management issues collaboratively, and network with peers who have similar professional interests.”

Die bisher verfügbaren Inhalte befassen sich eher mit  Fragen zum Umgang mit Wissen in Organisationen als mit persönlichem WM. Als Plattform zum Wissensaustausch und zur Kooperation kann Insightory aber als Werkzeug zum persönlichen WM genutzt werden (gefudnen über Wissensmanagement 2.0).


30
Mrz 08

Neue Vorlagen im Portal

Unter “Vorlagen” in der Menüleiste haben wir Vorlagen für einige Methoden des persönlichen Wissensmanagements zur Verfügung gestellt, wie sie im Buch “Wissenswege” dargestellt sind. Die Vorlagen sind kurz erläutert – dazu bitte einfach auf den jeweiligen Begriff klicken. Die neue Seite gibt es hier.


9
Feb 08

Umfrage: Information-Worker-Check

  • Wie produktiv kann heutzutage im Büro gearbeitet werden?
  • Wie sollte ein geeignetes Informations- und Wissensumfeld für unterschiedliche Typen von Büro- und Wissensarbeitern gestaltet sein?
  • Welche informations- und kommunikationstechnische Ausstattung ist – neben den heute üblichen Desktop- und Laptop-Computern – für wen, wann, wie hilfreich und wie sicher ist der Umgang damit?

Um diese Fragen zu beantwortet, führt das Fraunhoferinstitut für Arbeitswirtschaft und Organisation unter dem Stichwort “Information-Worker-Check” eine Umfrage durch – nämlich hier:

Ziel des OFFICE 21®-Portals »Information-Worker-Check« ist es, die genannten Fragestellungen zu untersuchen und dabei jedem Teilnehmer die Möglichkeit zu bieten, die eigene Arbeitssituation auf einfache Art und Weise unter den genannten Aspekten zu analysieren. Durch Realtime-Auswertungen erhält man – so heißt es – unmittelbar im Anschluss das eigene Ergebnis und Antwortprofil.
Anhand von zahlreichen Kennwerten und grafischen Darstellungen kann man sich im Vergleich mit Anderen einordnen und das Ergebnis mit aktuellen Benchmark-Werten vergleichen.


8
Feb 08

Informationsdidaktik: neues Portal

In der Einstiegsinfor zum Portal heißt es:

Willkommen bei informationsdidaktik.de

Alle reden von der Wissensgesellschaft, aber wen meinen sie damit? Viele sagen, Wissen war noch nie so leicht und schnell verfügbar! Aber gilt das für jeden, für alles und immer? Wenn das Wissen im Internet wirklich demokratisch ist, warum suchen alle immer nur bei Google und Wikipedia? Und: Wie können wir den täglichen Informationsanforderungen noch gerecht werden? Im Alltag? Auf der Arbeit? Beim Lernen?

Drei Ziele verfolgt dieses Portal:

1.) Orientierung (interaktiver WIKI-Bereich mit zentralen Stichwörtern)

2.) Meinungsbildung (Diskussionsforum zum Erfahrungsaustausch)

3.) Beratung (Anleitung zur Kompetenzentwicklung)

Sie interessieren sich für die Themen: Umgang mit Information und Vermittlung von Wissen?

Dann gestalten Sie diesen Wissensdiskurs hier online, aktiv und interaktiv mit! Ergänzen Sie relevante Stichwörter! Tauschen Sie Ihre Meinungen und Erfahrungen aus! Ihre Einschätzung ist gefragt!